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Ist es angemessen einen Segensspruch über nichtkoscheres Essen zu sagen?


Frage?

Ist es unangemessen und heuchlerisch einen Segensspruch zu sagen, wenn ich nichtkoscheres Essen zu verzehren plane? Ich will damit beginnen, langsam die Gesetze der Tora einzuhalten. Jedoch bin ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf der Stufe, 100 % koscher zu halten. Was würden Sie mir raten?

Antwort!

Zu aller erst möchte ich dir ein paar Worte zu deinem Wunsch und deinem Verlangen sagen, in deinem Judentum und deiner Spiritualität wachsen zu wollen. Unsere Weisen lehren uns (Sprüche der Väter 4; 2): “Eine Mizwa führt zu einer anderen Mizwa.“ Indem wir Mizwot tun, bringt es uns in einen positiven Kreislauf, denn eine Mizwa führt dazu, dass wir eine weitere halten. Im Allgemeinen gesehen ist deshalb die Einstellung von „entweder alles oder gar nichts“ keine jüdische Einstellung. Die Tatsache, dass du eine Mizwa hältst, ist kein Grund dafür, eine andere nicht zu halten. Und dass du langsam aber sicher ernsthaft anfängst, dich weiter zu entwickeln, - das ist sicherlich nicht heuchlerisch!

Aber in Wirklichkeit ist dieser spezifische Fall eine Ausnahme zu der vorher genannten Regel. Lass es mich dir erklären:

Was genau ist Sinn und Zweck, dass wir Segensprüche über dem Essen sagen? Es gibt zwei grundlegende Erklärungen zu dieser Mizwa.

  1. Mit dem Segensspruch erkennen wir G-tt an, welcher der Schöpfer des Lebensmittels ist. Wir danken Ihm dafür, dass Er uns mit den Lebensmitteln versorgt.
  1. Nach der Kabbala, welches die mystische Lehre des Judentums ist, besitzt jedes Objekt, das in der Welt existiert, einen Funken von G-ttlichkeit. Wenn wir einen Segensspruch über einem Lebensmittel sagen, aktivieren wir den in dem Lebensmittel enthaltenen g-ttlichen Funken. Aus diesem Grund können wir sagen, dass uns unser Essen physisch wie auch spirituell ernährt.

Bezüglich deiner Frage, ob du einen Segensspruch über den Verzehr von nichtkoscherem Essen sagen sollst, gilt zweierlei:

  1. Es wäre wie eine Beleidigung G-tt für das nichtkoschere Essen, das man gegen Seinen Willen verzehrt, zu segnen und zu danken.
  1. Obwohl in allen physischen Objekten der g-ttliche Funke enthalten ist, der dem Objekt seine Existenz gibt, ist diese g-ttliche Energie für uns manchmal erreichbar und manchmal nicht erreichbar. Der Grund und Zweck unserer Existenz ist es, mit der physischen Welt in eine Beziehung zu treten, um diese g-ttlichen Funken zu aktivieren und zu erheben. Demzufolge ist es so, dass bei Unerreichbarkeit des g-ttlichen Funkens wir auch nicht in Verbindung mit dieser Sache treten. Da es der Sinn des Segensspruches ist, die in dem Essen enthaltene g-ttliche Energie zu enthüllen, können wir keinen Segensspruch über nichtkoscheres Essen sagen, in welchen die g-ttliche Energie so eng eingeschlossen ist. Es ist unmöglich sie aktivieren zu wollen.1
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Anmerkungen
1. Dies bezieht sich auf Essen, welches definitiv nicht koscher ist. Die allgemein anerkannte Meinung ist, das wir bei bestehender Unsicherheit, ob das Essen definitiv nichtkoscher ist, einen Segensspruch sagen, obwohl wir es natürlich nicht essen sollten.

von Chaya Sarah Silberberg
Chaya Sarah Silberberg ist die Frau eines Rabbiners im Bais Chabad Torah Center in West Bloomfield, Michigan, seit 1975. Weiterhin unterrichtet sie, schreibt Artikel und antwortet auf Fragen bei Chabad.org's Ask the Rabbi Service.
Über die Künstlerin: Sarah Kranz illustrierte Magazine, Broschüren und Bücher (darunter fünf Kinderbücher). Seit Ihrem Abschluss am Istituto Europeo di Design in Milan 1996, arbeitete Sie für Kunden wie der New York Times und dem Money Marketing Magazine of London.

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Geschrieben: Nov 16, 2009
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Geschrieben von: Anonym, Jeruschlaim, Israel



 


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