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Die 59. Ausgabe von Jüdisches

j59.jpgDas spirituelle Gelt

Wie uns Geschenke geistig bereichern - von Mendel Glück

 

Die Chanukka-Geschichte ist bekannt. Die griechisch-syrische Macht wollte den Juden nicht das Leben, sondern die Seele und den Glauben rauben. Verboten war das Tora-Studium. Als Antwort darauf feiern wir das Positive: die Wiedereinweihung des Tempels, das achttägige Ölwunder, den Sieg über geistige Dunkelheit.

Jüdische Kinder wissen, Chanukka ist ein fröhliches Fest. Nicht nur in Berlin wird es in der kalten Jahreszeit gefeiert. Die Message heißt Licht und Öl. Ölgebackenes und das Kreiselspiel gehören dazu. Der Chanukka-Leuchter steht - wenn irgend möglich - auf dem Fensterbrett. Das Licht strahlt acht Abende nach innen und außen. In diesem Jahr wird die erste Kerze am 24. Dezember gezündet.

Chanukka ist mit Begriffen wie l’chanech oder chinuch verwandt, also mit Bildung und Erziehung. Chanukka verkörpert einen speziellen Bildungsauftrag. Soviel ist klar. Aber wie steht es um die Geschenke? In biblischen und talmudischen Texten sind keine erwähnt, aber die jüdischen Kinder gehen nicht leer aus. Sie essen nicht nur Latkes (Kartoffelpuffer) und Pfannkuchen (Sufganiyot), sie freuen sich auch über ihr Chanukka-„Gelt“ (jiddisch).

 

Dieses wirkliche Geld erhalten sie (außer am Schabbat) in landesüblicher Währung. Zudem gibt es koschere Schokoladen-Münzen. Das verkörpert nicht nur eine materielle, sondern mehr noch die spirituelle Kraft.

Die Banknoten und Münzen sind nicht nur Tauschmittel und Wertmesser, sondern repräsentieren im Sinne des Festes vor allem Nächstenliebe und Wohltätigkeit, also geistige, höhere Werte. Wird der äußere Geld-Wert zur guten Tat umgemünzt, wird sich das Chanukka-„gelt“ entsprechend „verzinsen“.

Maimonides schrieb, Kinder brauchten zum Tora-Studium Impulse. Damals waren das Walnüsse, Feigen und Honig. Jüdische Tradition ist es auch, dass Kinder Bedürftige auch mit ihrem Geld beschenken. Oder Pfannkuchen zu Nachbarn, Altenheime oder Flüchtlingsunterkünfte bringen.

Zu Chanukka geht es um die Familie, um Gemeinsamkeit, Hoffnung und die Gewissheit, dass jede Dunkelheit durch uns erhellt werden kann. Indem wir jeden Abend eine weitere Kerze zünden, haben am Ende 36 Kerzen das Licht vervielfacht!

 

 


 

Frühere Ausgaben / Archiv:

Jüdisches Nr. 57 - Ruths Geschichte
Ihre Treue zum jüdischen Volk
Jüdisches Nr. 57
Warum lesen wir zu Schawuot das Buch Ruth? Weil es das Fest der Ernte ist? Weil das Buch davon erzählt, und davon, dass Armen mit Liebe begegnet wird? Weil König David, Urenkel von Ruth und Boaz, deren Geschichte im Buch Ruth steht, zu Schawuot starb? Ein anderer Grund, weil hier ein Bild vom "ger tzedek", genauer der "giyoret tzedek", der aufrichtigen Konvertitin, gezeichnet wird. Schawuot ist die Zeit der Tora-Übergabe. Wie auch jede und jeder der "gerey tzedek", so versprach damals das ganze jüdische Volk, stets die 613 Ge- und Verbote zu befolgen. Das jüdische Volk hat nie um Konvertiten gebuhlt...
Jüdisches Nr. 54 - Ein neues Licht für Berlin
Die Feldmans gehen im Jüdischen Studentenzentrum neue Wege
Jüdisches Nr. 54
Seit drei Monaten sind meine Frau Chaya Mushka, genannt Mushky, und ich in Berlin. Wir sind gekommen, um Studenten, Berufseinsteigern, Young Professionals und jungen Kreativen, jüdischen jungen Frauen und Männern neue jüdische Impulse zu geben. Wir
helfen beim Entdecken des lebendigen Judentums.
Der Umzug von Brooklyn nach Berlin war
wunderbar. Familie und Freunde blieben zwar zurück, aber wir lernen hier großartige neue Menschen kennen. Neu sind für uns auch die Sprache, der Alltag und die hiesige Lebenskultur. Mushky wuchs in Göteborg auf, ich in Brooklyn...
Jüdisches Nr. 48 - Welt im Geburtenschmerz
Paradigmenwechsel aus leidvoller Erkenntnis
Jüdisches Nr. 48
Wir stehen kurz vor Rosch Haschana, dem Tag, an dem die Welt und die Menschlichkeit neu geboren werden, an dem sich unser und das Schicksal des Planeten bestimmt. Das Wort "Harat" bedeutet beben und Geburt. Bei Hayom harat olam beten wir demnach: Heute bebt die Welt, heute wird sie geboren. Aber wie hängt beides zusammen?
Vor kurzem entdeckte ich solche Gedanken im Text von Simon Jacobson zu Rosch Haschana, den er kurz nach 9/11 veröffentlichte. Es ist inspirierend, dass wir, wenn uns Lebensumstände überfordern, Kräften jenseits unseres Denkens und der Erfahrungen trauen können, also dem inneren Glauben...
Jüdisches Nr. 47
Der Rebbe - Rabbiner Menachem Mendel Schneerson
Jüdisches Nr. 47
1994 wurde der 7. Lubawitscher Rebbe, Rabbi Menachem Mendel Schneerson, als erster Rabbiner und zweiter Geistlicher überhaupt, für seinen nachhaltigen Einfluss auf amerikanische Geschichte und Kultur posthum mit der Congressional Gold Medal, der höchsten Auszeichnung der USA-Regierung, geehrt. Präsident Reagan hatte schon zum 80. geburtstag des Rebben den Jahrestag
der nationalen Besinnung, einen nationalen Bildungstag, ausgerufen. In
seinem von Mitgliedern beider Häuser
unterzeichneter Brief schrieb er, dass das Werk des Rebben belege, wie nutzlos Wissen ohne moralische und spirituelle Weisheit und Verständnis sei...
Jüdisches Nr. 40
Rede mit deinem Kind! - Warum Pessach so eindeutig ist
Jüdisches Nr. 40
Ich bin Lehrer. Das ist vermutlich der Grund, warum ich von Schülern erwarte, dass sie aufschreiben, was sie aus meinem Unterricht mitnehmen. Wenn mich aber ein Schüler fragt: Wie soll ich das denn formulieren? antworte ich: Mit deinen eigenen Worten.
Wir haben viele uns verpflichtende Gebote. Normalerweise ist sehr konkret vorgegeben, was wir zu tun haben. Zu Pessach aber gebietet die Tora ein weiteres Gebot, dass da heißt: Rede mit deinem Kind! Dabei wird aber nicht gesagt, wie das erfolgen soll. Ich muss mich anstrengen, muss in meiner eigenen Sprache, mit eigenen Worten das sagen, was zu Pessach erwartet wird...
Jüdisches Nr. 39
Die Ebenen des Glücks - Was uns Nachum Ish Gamzu und Rabbi Akiva lehren
Jüdisches Nr. 39
Wenn der Mensch eine Inspiration erlebt, kann das wie ein Blitz sein, doch nicht immer folgt darauf eine Erleuchtung. Die Vervollkommnung des eigenen Ich schafft Freude. Diese ist eine begehrte Lebensqualität, doch sich mit Simches zu umgeben, GLUCK das ist nicht einfach. Die Freude, von der hier die Rede ist, folgt innerer Wahrheit und der Verständnisfähigkeit.
Seit über zweihundert Jahren bewegen die mystischen Lehren des Chassidismus Menschen, die an ihrer Freude und Inspirationskraft als Chassiden erkennbar sind, deren Ausstrahlung von spirituellem Selbstbewusstsein und ihrer Gewissheit zeugt, den richtigen Weg zu gehen...
Jüdisches Nr. 38
Das Geschenk von Chanukka - Warum das Lichterfest auch ein Fest der Bildung ist
Jüdisches Nr. 38
Die graue W interzeit ist durch Vorfreude erhellt, Chanukka steht in der Tür. Das Fest erinnert an ein historisches Ereignis, den Versuch der antiken Griechen, jüdische Glaubens- und Lebensgrundsätze abzuschaffen und Juden gewaltsam zu hellenisieren. Doch die Makkabäer besiegten die Griechen. Seither feiern wir das Lichterfest, das an ihren Heldenmut und das Wunder erinnert: Das wenige Öl brannte acht Tage, obgleich es auf nur einen bemessen war. Was Erwachsene längst wissen, müssen Kinder erst lernen. Bräuche werden stets vorgelebt, auch, was zum Ablauf eines öffentlichen Festwesens gehört...
Jüdisches Nr. 37
Die Beschneidungspflicht - Was Eltern vorausdenkendes Handeln abverlangt
Jüdisches Nr. 37
Das Kölner Beschneidungsurteil macht uns auf die Konsequenz des allgemeinen Grundsatzes von elterlicher Fürsorge und Obhut aufmerksam. Unsere Verantwortung gegenüber unseren Kindern geht aber über die aktuelle Debatte hinaus. Das Urteil eröffnete nicht nur eine teils absurde Diskussion medizinischer und wissenschaftlicher Standpunkte zur Brit Mila, sondern stellte auch elterliche Zuständigkeiten infrage. Wir sollten daher klären, wie wir leben wollen. Suchen wir eine Welt, in der Eltern über Fürsorge und Erziehung bestimmen, oder nehmen wir hin, dass eine allgemeine Gesellschaftsnorm die elterlichen Rechte und Pflichten aushebelt?..
Jüdisches Nr. 36
Positives Beispiel - Wie unsere Kinder am besten lernen
Jüdisches Nr. 36
In meinem ersten Jahr in der Jeschiwa
hat mich ein Freund ein besonderes
Sprichwort gelehrt: „Wenn du schreist, man hört dich. Wenn du sprichst, versteht man dich“. Seitdem musste ich dieses Sprichwort bei uns in den Schulklassen oft zitieren. Die Kinder verstehen das auch. Nun frage ich mich aber: Auf dem Berg mitten in der Wüste hat G-tt sehr klar und deutlich gesprochen. Gab es dort Geräusche, die sonst gestört hätten? Und musste ER deswegen lauter werden?..
Jüdisches Nr. 35
Auf das Leben! - Wein in der jüdischen Tradition
Jüdisches Nr. 35
Von allem, was G’tt geschaffen hat, leben die Bäume am längsten. Wir sehen sie, suchen ihren Schutz, essen ihre Früchte. Sie sind so unterschiedlich wie Menschen. Den Weinstock bewundern wir nicht wegen Größe und Schönheit, sondern wegen der Früchte. Die Tora sagt, seine Trauben ehren G’tt und die Menschen, und wir mit ihrem Saft beim Kiddusch den heiligen Schabbat, die Feiertage und die Feste. Der Weinstock ist ein Gleichnis dafür, dass nicht die äußere Erscheinung, sondern der Inhalt wichtig ist...
Jüdisches Nr. 34
Alles koscher - Gesunde Ernährung für Körper und Seele
Jüdisches Nr. 34
Im Wochenabschnitt Schmini geht es um die Regeln, was rein und unrein ist. Was darf gegessen werden, was nicht? Die jüdische, sprich koschere Ernährung, ist Teil einer großen Idee. Wer ihr folgt, hat die geistige Bedeutung der Gesetze verinnerlicht. In dieser Parascha lässt sich das Grundlegende nachlesen. Tiere die
wiederkäuen und gespaltene Hufe haben, also Rinder und Schafe, sind koscher, Fische brauchen Flossen und Schuppen. Niemand solle verspeisen, was untersagt wird. Die Tora gibt dafür keine Erklärung. Diese Gebote genügen sich selbst...
Jüdisches Nr. 33
Die goldene Mitte - Wir und die anderen
Jüdisches Nr. 33
Was macht eine Synagoge zu einer Synagoge? Was macht eine Familie
zu einer Familie, was eine Gemeinschaft
zu einer Gemeinschaft? Was macht das oben genannte nicht nur zu einer Struktur, einem Rahmen, sondern vielmehr zu einer Existenz voller Lebendigkeit und Wärme?
Dazu passt die besondere Geschichte
von Haran, dem kleinen Bruder von Abraham. Der Arisal, der große Kabbalist des 16. Jahrhunderts, Rabbiner Jizchak Luria schreibt, dass Haran als Aharon wiedergeboren wurde, der Hohepriester Israels und Bruder von Moses. Diese Seele lebte zuerst in Haran, in Abrahams Bruder, und wurde dann viele Jahre später im Körper von Aharon wiedergeboren...
Jüdisches Nr. 28
Die Makkabäer und wir - Aus der Chanukkageschichte für die Integrationsdebatte lernen
Jüdisches Nr. 28
Seit Wochen und Monaten läuft die Integrationsdebatte in Deutschland. Thilo Sarazzin hat sie mit seinem Buch "Deutschland schafft sich ab" angestoßen. Seit dessen Erscheinen diskutiert die Öffentlichkeit, ob Multikulti gescheitert ist, ob Integration überhaupt funktionieren kann, wie Zuwanderer gefördert und gefordert werden sollen...
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In der Jüdischen Gemeinde (RBB)



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