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ב"ה

Die Achterbahn des Lebens

Freitag 17. Juli 2015 - 8:25

Liebe Freunde,

heute ist der erste Tag von neun Tagen, eine Zeit in welcher der Bejt Hamikdasch, der Heilige Tempel in Jerusalem durchbrochen wurde, die Kämpfe zunahmen und die Zerstörung kurz bevorstand.

Nächster Schabbat ist der neunte Aw, der Tag an welchem wir der Zerstörung des Bejt Hamikdasch gedenken.

Diese Zeit im Jahr ist als die drei Wochen bekannt, die traurigste Zeit im jüdischen Kalender.

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In einem regulären Jahr würden wir am ersten Tag dieser dreiwöchigen Zeit (dem 17. Tammus) sowie am letzten Tag (dem 9. Aw) fasten, um der Zerstörung zu gedenken. Allerdings ist der Schabbat der Trauer dieser Tage übergeordnet, und daher wird das Fasten auf den Tag nach dem Schabbat verlegt (am Sonntag im Falle des 17. Tammus und am Samstagabend und Sonntag im Falle des neunten Aw).

Hierin ist eine mächtige Botschaft enthalten.

Oftmals sehen wir die Schwierigkeiten des Lebens als etwas getrenntes von den guten Zeiten. Es gibt glückliche Zeiten und traurige Zeiten, Höhen und Tiefen, die Achterbahn des Lebens. Das ist ein Fehler, denn eigentlich sind die Schwierigkeiten Herausforderungen, die uns zu weiteren Höhen treiben. Die guten und die schlechten/traurigen Zeiten sind vollständig mit einander verbunden.

Dies gilt auf der persönlichen Ebene ebenso wie auf der globalen und historischen Ebene. Wenn der Kalender einen traurigen Tag auf einen glücklichen Tag wie dem Schabbat legt, dann überdeckt der Schabbat den traurigen Tag. Was eigentlich wirklich geschieht, ist dass der traurige Tag enthüllt wird, man erkennt um was es wirklich geht - eine Gelegenheit größere Höhen und größeres Glück zu erreichen.

Eine traditionelle Redensart bei diesem Kalenderformat ist „da es ohnehin verschoben worden ist, lasst es uns ganz lassen“. In unseren Gebeten ist der Wunsch, dass die Redensart „nächstes Jahr in Jerusalem“ jetzt vollständig in Erfüllung geht, mit dem Wiederaufbau des Bejt Hamikdasch und der Ankunft des Moschiach.

Mit Segen für einen Schabbat Schalom,

Rabbiner Yehuda Teichtal

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